Am 8. Juni 2004 zog der Planet Venus - zum ersten Mal seit 1882 - von der Erde aus gesehen direkt über die Sonne.
Dieses seltene Ereignis verfolgte ich von Erfurt aus, mittels meines Teleskops und einem selbstgebauten Sonnenfilter (Das Datum der Digifotos, im re. unteren Eck, ist übrigens falsch eingestellt).
Am 8. Juni herrschte dann schon um 6 Uhr morgens extrem klarer blauer Himmel.
Den Eintritt der Venus in die Sonne um 7 Uhr 20Minuten und etwa 45 sec.
hielt ich auf Videoband fest (Bilderserie wird noch geliefert).
Erst danach begann ich mit dem Auge zu beobachten. Die folgenden Fotos zeigen
den Blick auf die gerade vom Sonnenrand gelöste Venus um etwa 8 Uhr (oben:
f=25mm, WA; unten: f=9mm, 50° Gesichtsfeld). Durch klicken
auf die Fotos lassen sie sich vergrößern.
Schnell fanden sich auch einige Zaungäste bzw. Nachbarn, die erst mit der SoFi-Brille - hier allerdings sehr klein - und dann mit dem Teleskop die Venus vor der Sonne betrachteten. Auch die Sonnenflecken, die auf meinen Fotos mangels Abbildungsqualität leider eher als zusätzliche "Bildfehler" erscheinen, machten auf die Besucher Eindruck. Aber auch dem Astronom gefiel es: Statt Kälte und Dunkelheit gab es diesmal Wärme und Licht beim Beobachten:

Um 10.23 Uhr stand die Venus dann dem Mittelpunkt der Sonne am nächsten, und damit (der mathematisch Geübte ahnt es!) im Mittelpunkt der Sehne, welche die Venus durch die Sonne zurücklegt:
Inzwischen hatte die Begeisterung über den Venustransit nicht nur die Menschen erfasst:
Doch alles hat ein Ende und nachdem noch weitere Nachbarn einen Blick auf die Venus werfen konnten, die von der Erde aus seit dem letzten Venustransit (also vor 122 Jahren!) kein Mensch mehr als "Vollscheibe" gesehen hat, ging es dann doch schnell zu Ende:
Um 13:03:40 Uhr berührt die Venusscheibe den Sonnenrand von innen (3. Kontakt).
(Eine kleine Anmerkung für Sternenfreunde: visuell hatte ich beim 3. und 4.
Kontakt KEINEN Tröpfcheneffekt, bei genauerer Betrachtung des Digi-Fotos, s.u.,
findet sich dort allerdings eine Unschärfe am Sonnenrand. Seltsam.)
Und fast genau 6 Stunden nach dem Venus in die Sonne "eindrang", endet um 13:22:58 Uhr Ortszeit (4. Kontakt) der Venustransit 2004.

Herzlichen Dank an meinen Bruder, der mich sechs Stunden lang tatkräftig unterstützte.
Mein ehemaliger Schulfreund Björn Will hat einige Fotos mit seinem Teleskop und einer etwas anderen Technik, der sogenannten "Sonnenprojektion" ins Netz gestellt.
Der Atmosphärenring der Venus (Quelle: Fotos von Ralf Vandebergh, auf www.venustransit.de).
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Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2004